Neues Fertigungsgebäude für IRIS-T Lenkflugkörper im Saarland eröffnet

Neues Fertigungsgebäude für IRIS-T Lenkflugkörper im Saarland eröffnet
Fotos © Diehl Defence

Das Rüstungsunternehmen Diehl Defence hat an seinem Standort Nonnweiler im Saarland ein neues Fertigungsgebäude zur Integration von Lenkflugkörpern eingeweiht. Die Einweihung markiert den Beginn einer umfassenden Expansionsphase des Unternehmens.

Neubau mit Produktionsfläche von 3.400 Quadratmetern

Das neue Flugkörperintegrationszentrum erstreckt sich über eine Produktionsfläche von 3.400 Quadratmetern. Der Neubau erfüllt nach eigenen Angaben die neuesten Sicherheitsanforderungen für sprengstoffverarbeitende Betriebe und fällt durch seine geometrische Form – eine nach hinten ansteigende Konstruktion – auf. Diehl Defence bezeichnet diese architektonische Lösung als europaweit einzigartig.

Die Einweihung fand in Gegenwart der Ministerpräsidentin des Saarlandes, Anke Rehlinger, statt. Thomas Bodenmüller, Finanzvorstand (CFO) des Unternehmens, übernahm das Gebäude offiziell nach Abschluss der Bauarbeiten.

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Fokus auf IRIS-T Lenkflugkörper

Das neue Zentrum wird hauptsächlich für die Integration von Lenkflugkörpern der IRIS-T-Familie eingesetzt. Das IRIS-T SLM ist ein bodengestütztes Luftverteidigungssystem, das zur Abwehr von Flugzeugen, Hubschraubern und Marschflugkörpern ausgelegt ist. Es erreicht Geschwindigkeiten von über Mach 3 und hat eine Reichweite von bis zu 40 Kilometern. Das System wird von der Bundeswehr und mehreren NATO-Staaten eingesetzt.

Umfangreiche Ausbaupläne am Standort

Bodenmüller betonte, dass das nun fertiggestellte Integrationsgebäude das erste der neuen Bauvorhaben ist. Die Bauarbeiten für drei weitere Neubauten sind bereits angelaufen. Am Standort Nonnweiler sind insgesamt über 20 Bauvorhaben geplant, mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von etwa 200 Millionen Euro für den Standort. Neben weiteren Fertigungsgebäuden für verschiedene Produktlinien plant das Unternehmen auch ein Logistikgebäude an der Betriebsstätte in Mariahütte.

Reaktion auf gestiegene Nachfrage seit 2022

Diehl Defence befindet sich seit mehreren Jahren in einer Wachstumsphase, die seit 2022 durch deutlich erhöhte Nachfrage beschleunigt wurde. Treiber dieser Nachfrage sind die Bundeswehr sowie weitere NATO-Staaten. Das Unternehmen plant unternehmensweite Investitionen von etwa 1,5 Milliarden Euro zur Kapazitätserweiterung.

Nach eigenen Angaben produziert Diehl Defence derzeit etwa zehnmal so viele Lenkflugkörper wie vor Beginn des Ukraine-Krieges 2022. Für das laufende Jahr kündigte das Unternehmen an, bis zu zehn Feuereinheiten des IRIS-T-Systems herstellen zu können. Mittelfristig zielt das Unternehmen darauf ab, die Produktionsrate auf bis zu 16 Feuereinheiten pro Jahr zu erhöhen.

Arbeitsplatzeffekte in Nonnweiler

Der Ausbau in Nonnweiler führt auch zu Beschäftigungswachstum. Im Jahr 2025 stieg die Mitarbeiterzahl am Standort um etwa 20 Prozent auf rund 750 Beschäftigte. Diehl Defence beschäftigt insgesamt etwa 5.000 Mitarbeiter weltweit und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von über 2,5 Milliarden Euro.

Die saarländische Ministerpräsidentin Rehlinger betont, dass die Investitionen dem Bundesland zugute kommen. Saarlands Wirtschaftsminister Jürgen Barke unterstreicht, dass die Rüstungsinvestitionen neue Perspektiven für wirtschaftliches Wachstum und Beschäftigung während des Strukturwandels eröffnen.

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