Wegen der eskalierenden Lage im Nahen und Mittleren Osten hat die NATO ihr gesamtes internationales Personal der NATO Mission Iraq (NMI) aus der irakischen Hauptstadt Bagdad abgezogen. Die deutschen Soldatinnen und Soldaten landeten am 19. März 2026 wohlbehalten in Deutschland.
Abzug auf Anordnung des Obersten Alliierten Befehlshabers
Die NATO hat die NMI vorübergehend angepasst und das international eingesetzte Personal aus Bagdad abgezogen. Die Entscheidung traf der Supreme Allied Commander Europe (SACEUR). Luftfahrzeuge mehrerer NATO-Mitgliedstaaten brachten das Personal in angrenzende Staaten in Sicherheit. Das gesamte Vorhaben wurde nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums eng zwischen den Bündnispartnern koordiniert und verlief ohne Zwischenfälle.
Die Bundeswehr beteiligte sich an der Rückverlegung mit mehreren Transportflugzeugen des Typs A400M. Nach einem Zwischenstopp in Jordanien landeten die deutschen Soldatinnen und Soldaten am Abend des 19. März 2026 auf dem Fliegerhorst Wunstorf. Dort wurden sie vom Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Holger Neumann, empfangen. Zuletzt waren rund 40 Bundeswehrangehörige im Rahmen der NMI in Bagdad stationiert.
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius betonte, der Abzug sei unter riskanten Bedingungen erfolgreich verlaufen. Er hob die enge und professionelle Zusammenarbeit mit den NATO-Partnern hervor, insbesondere mit den USA als führende Nation.

Hintergrund: Verschärfte Sicherheitslage durch Iran-Krieg
Auslöser des Abzugs ist die anhaltende Eskalation im Nahen und Mittleren Osten. Seit dem 28. Februar 2026 führen Israel und die USA Luftschläge gegen Ziele im Iran durch; im Gegenzug werden Ziele im Irak, darunter Bagdad, von iranischer Seite angegriffen. Das Hauptquartier der NMI liegt in der sogenannten Grünen Zone Bagdads, in unmittelbarer Nähe zur US-Botschaft – einem wiederholt attackierten Ziel.
Auch andere NATO-Partner haben ihre im Irak stationierten Kräfte bereits verlegt. Spanien zog Spezialkräfte ab, nachdem sich die Sicherheitslage für die Erfüllung des Einsatzauftrags als zu gefährlich erwiesen hatte. Frankreich meldete kurz zuvor den Tod eines Soldaten durch einen Drohnenangriff.
Mission seit 2018 – Ausbildung irakischer Sicherheitskräfte
Die NATO Mission Iraq wurde 2018 auf Anfrage der irakischen Regierung eingerichtet. Ihr Auftrag besteht in der Beratung und Ausbildung irakischer Streit- und Sicherheitskräfte, mit dem Ziel, die staatliche Stabilität zu stärken und ein Wiedererstarken der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) zu verhindern. Eine NATO-Sprecherin bestätigte, dass die Kooperation mit dem Irak trotz des Abzugs fortgesetzt werde – die Mission werde bis auf Weiteres von außerhalb des Landes weitergeführt. Aus irakischen Regierungskreisen verlautete, es gebe keine Meinungsverschiedenheiten mit der NATO über das Vorgehen.
Weiterer deutscher Einsatz in der Region
Der Abzug aus Bagdad betrifft ausschließlich das NMI-Personal. Rund 200 deutsche Soldatinnen und Soldaten sind weiterhin im Nordirak und in Jordanien im Rahmen der Einsätze Counter Daesh und Capacity Building Iraq (CD/CBI) stationiert. Diese Einsätze dienen ebenfalls der IS-Bekämpfung und dem Fähigkeitsaufbau irakischer Sicherheitskräfte.
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