Lettland übernimmt ersten Schützenpanzer Hunter

Die lettischen Streitkräfte haben den ersten im Land montierten Schützenpanzer Hunter von GDELS-Santa Bárbara Sistemas erhalten. Bis 2029 sollen insgesamt 84 Fahrzeuge auf Basis der ASCOD-Plattform ausgeliefert werden.
Foto: GDLS

Die lettischen Streitkräfte haben den ersten im Land montierten Schützenpanzer Hunter von GDELS-Santa Bárbara Sistemas erhalten. Bis 2029 sollen insgesamt 84 Fahrzeuge auf Basis der ASCOD-Plattform ausgeliefert werden.

GDELS-Santa Bárbara Sistemas, die spanische Tochter von General Dynamics European Land Systems, hat den ersten in Lettland montierten Schützenpanzer Hunter bei einer Zeremonie an die Nationalen Streitkräfte Lettlands übergeben. Nach Angaben des Unternehmens nahmen Verteidigungsminister Raivis Melnis und der Befehlshaber der Streitkräfte, Generalleutnant Kaspars Pudāns, einen symbolischen Schlüssel von Geschäftsführer Alejandro Page entgegen. Die formale Abnahme des Fahrzeugs erfolgte laut GDELS im September 2026, rund anderthalb Jahre nach Vertragsunterzeichnung.

Zwei Verträge über 84 Fahrzeuge

Das lettische Verteidigungsministerium hatte im Januar 2025 einen Vertrag über 42 Schützenpanzer im Wert von 373 Millionen Euro geschlossen. Im Juni 2025 billigte das Kabinett den Kauf weiterer 42 Fahrzeuge, für die der lettische Rundfunk LSM Kosten von 387 Millionen Euro nennt. Das Gesamtvolumen des Programms beziffert LSM auf knapp 800 Millionen Euro. Mit der zweiten Tranche soll ein weiteres Bataillon der Mechanisierten Infanteriebrigade umgerüstet und ein Beitrag zu den NATO-Fähigkeitszielen geleistet werden.

Laut GDELS sollen alle 84 Fahrzeuge bis 2029 geliefert sein. Der Anteil der lettischen Industrie an der Umsetzung des Programms ist auf mindestens 30 Prozent festgelegt.

Von der Auslieferung zur Abnahme

Das Unternehmen gibt an, die an lettische Anforderungen angepasste Plattform innerhalb von 14 Monaten entwickelt, gefertigt, integriert und getestet zu haben. Nach der Auslieferung im April 2026 folgten in Lettland die Integration des Turms, die Verifikation und Validierung der Systeme, die Ausbildung lettischer Soldaten, Tests gemeinsam mit dem Kunden und das Abnahmeverfahren. Anfang Juni 2026 wurde der Hunter im Werk von Patria Latvia in Valmiera öffentlich vorgestellt.

Montage und Betreuung in Lettland

Montage und Betreuung über den gesamten Lebenszyklus erfolgen in Zusammenarbeit mit lettischen Unternehmen und in Partnerschaft mit Patria Latvia. Nach einem Bericht von The Defense Post liefert GDELS die Fahrzeugplattform, während Patria Endmontage, Komponentenintegration und langfristige Instandhaltung übernimmt.

Verteidigungsminister Melnis hebt hervor, dass die Fahrzeuge Mobilität, Schutz und Feuerkraft der mechanisierten Verbände erhöhen und die Zusammenarbeit mit NATO-Partnern erleichtern sollen. Er verweist zudem auf die Beteiligung der heimischen Industrie und den damit verbundenen Aufbau technologischer Fähigkeiten. Page bezeichnet die Übergabe als Ergebnis der Zusammenarbeit von Hersteller, lettischer Industrie, Ministerium und Streitkräften und sieht darin ein Beispiel für europäische Rüstungskooperation.

Technik und Weiterentwicklung

Der Hunter ist die für Lettland angepasste jüngste Ausführung der ASCOD-Kettenplattform. Den Namen, lettisch „Mednieks“, wählten Soldaten der Mechanisierten Infanteriebrigade, die das Fahrzeug hauptsächlich nutzen wird. Nach Angaben von LSM verfügt der Schützenpanzer über einen Schutz der NATO-Stufe 4 und ist mit einer Maschinenkanone, Panzerabwehrwaffen und einem Maschinengewehr bewaffnet. The Defense Post nennt ein Gewicht von bis zu 45 Tonnen, einen Motor mit 1.100 PS, eine Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h und eine Reichweite von rund 500 Kilometern.

GDELS verweist auf die offene, modulare Architektur des Fahrzeugs, die die Integration neuer Technologien ohne größere Änderungen an der Plattform ermöglichen soll. Nach Unternehmensangaben wird derzeit ein Konzept zur Drohnenabwehr erprobt und integriert, das Erkennung, Identifizierung und Bekämpfung umfasst.

Lettland gehört seit November 2025 der Nutzergruppe der ASCOD-Staaten an. Bei einem Treffen auf dem Stützpunkt Ādaži unterzeichneten Lettland, Spanien und Österreich eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit im Programm.

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