Das israelische Verteidigungsministerium hat eine deutliche Ausweitung der Arrow-Produktion genehmigt, um angesichts des andauernden Konflikts mit dem Iran die Raketenabwehr zu stärken.
Am 6. April 2026 gab das israelische Verteidigungsministerium (IMOD) bekannt, dass der Ministerialausschuss für Beschaffung eine erhebliche Produktionsbeschleunigung für Arrow-Abfangraketen gebilligt hat. Die Vereinbarung mit dem Hauptauftragnehmer Israel Aerospace Industries (IAI) soll sowohl die monatliche Fertigungsrate als auch die Lagerbestände der Abfangflugkörper spürbar erhöhen. Verteidigungsminister Israel Katz und IMOD-Generaldirektor Amir Baram hatten den Vertrag vorangetrieben, der in Kürze unterzeichnet werden soll.
Das Arrow-System
Das Arrow-System bildet die oberste Schicht der mehrstufigen israelischen Raketenabwehr, zu der auch David’s Sling und Iron Dome gehören. Es wurde gemeinsam mit der US-amerikanischen Missile Defense Agency (MDA) entwickelt und dient der Abwehr ballistischer Raketen in großer Höhe – sowohl innerhalb als auch außerhalb der Erdatmosphäre. Arrow 3, die jüngste operationelle Variante, wurde 2017 in Dienst gestellt und fängt ballistische Raketen im Weltraumsegment ihrer Flugbahn ab. Das System kam erstmals im November 2023 zum Einsatz, als es eine von den Huthi-Rebellen abgefeuerte Ghadr-110-Rakete abfing, und wurde seither bei iranischen Angriffen im April und Oktober 2024 sowie im Zwölf-Tage-Krieg im Juni 2025 eingesetzt.

Operative Dringlichkeit im laufenden Konflikt
Die Produktionsbeschleunigung erfolgt vor dem Hintergrund der seit Februar 2026 laufenden israelisch-amerikanischen Militäroperation „Roaring Lion“ gegen iranische Ziele. Laut Verteidigungsministerium hat das Arrow-System während des aktuellen Krieges zahlreiche ballistische Raketen aus dem Iran und dem Jemen abgefangen. IMOD-Generaldirektor Baram erklärte, das Ministerium arbeite seit über einem Jahr – und verstärkt seit Beginn der Operation – im Notbetrieb, um die Produktionsraten bei allen Verteidigungssystemen zu steigern. Die nun erteilte Genehmigung schaffe die finanzielle Grundlage für bereits eingeleitete Maßnahmen.
Berichten zufolge hatte Israel seine Abfangraketen-Bestände zuletzt rationieren müssen, was die Dringlichkeit der Produktionsausweitung unterstreicht. Ein iranischer Raketenangriff auf Haifa und die Beschädigung einer israelischen Rüstungsfabrik Anfang April verdeutlichten zudem die Verwundbarkeit der Produktionsinfrastruktur, weshalb auch US-Produktionsstätten einbezogen werden sollen.
Industrielle Umsetzung
Die Beschleunigung wird von der Israel Missile Defense Organization (IMDO) unter Leitung von Moshe Patel koordiniert. IAI entwickelt das System über seine MLM-Division, in Partnerschaft mit STARK Aerospace in den USA. An der Fertigung sind außerdem Elbit Systems, Rafael Advanced Defense Systems und Tomer beteiligt. STARK Aerospace, eine Tochtergesellschaft von IAI North America mit Sitz in Mississippi, produziert seit 2018 Komponenten für Arrow 3 und soll zusätzliche Fertigungskapazitäten bereitstellen.
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