Frankreich startet M51.3 erstmals von einem Atom-U-Boot

Das französische Raketen-U-Boot „Le Vigilant“ hat am 6. Oktober 2026 vor der bretonischen Küste erstmals eine strategische Rakete der Version M51.3 von See aus gestartet. Der Abnahmeschuss ohne nuklearen Gefechtskopf bestätigt nach Angaben der Rüstungsbehörde DGA die Einsatzfähigkeit des Waffensystems nach der Werftliegezeit des Bootes.
Foto: French MOD

Das französische Raketen-U-Boot „Le Vigilant“ hat am 6. Oktober 2026 vor der bretonischen Küste erstmals eine strategische Rakete der Version M51.3 von See aus gestartet. Der Abnahmeschuss ohne nuklearen Gefechtskopf bestätigt nach Angaben der Rüstungsbehörde DGA die Einsatzfähigkeit des Waffensystems nach der Werftliegezeit des Bootes.

Abnahmeschuss im Rahmen der Operation Smertrios

Nach Angaben der französischen Rüstungsbehörde Direction générale de l’armement (DGA) wurde die Rakete am 6. Oktober 2026 vor der Küste des Départements Finistère von Bord der „Le Vigilant“ gestartet. Der Start war Teil der Operation Smertrios. Er sollte nachweisen, dass das Boot nach seiner planmäßigen Instandsetzungs- und Überholungsphase (IPER) die M51 wieder einsetzen kann.

Die Rakete trug keinen nuklearen Gefechtskopf. Laut DGA war es der erste Start einer M51 in der Version M51.3 von einem strategischen Raketen-U-Boot (französisch SNLE). Staatspräsident Emmanuel Macron verfolgte den Start nach eigenen Angaben von Bord der Fregatte „Auvergne“.

Die Behörde wertet das Ergebnis als Bestätigung der Einsatzfähigkeit des Waffensystems der „Le Vigilant“. Zugleich verweist sie auf die technologische Leistungsfähigkeit der französischen Industrie im Bereich der nuklearen Abschreckung.

Flug über den Nordatlantik vermessen

Die DGA verfolgte die Rakete über die gesamte Flugphase. Zum Einsatz kamen die Mittel des Erprobungszentrums DGA Essais de missiles (DGA EM), darunter das Mess- und Erprobungsschiff „Monge“.

Das Aufschlaggebiet lag der Behörde zufolge im Nordatlantik, mehrere hundert Kilometer von jeder Küste entfernt. Die DGA betont, dass der Start ohne nukleare Ladung und unter Einhaltung der internationalen Verpflichtungen Frankreichs erfolgte.

M51.3: dritte Version der französischen U-Boot-Rakete

Die M51.3 ist die dritte Ausführung der strategischen See-Boden-Rakete M51 und nach Angaben der DGA seit dem 24. Oktober 2025 im operativen Dienst. Sie trägt den neuen Nukleargefechtskopf TNO-2. Gegenüber den Vorgängerversionen nennt die Behörde Verbesserungen bei Reichweite, Präzision und Durchdringungsfähigkeit. Damit soll die seegestützte Komponente der französischen Abschreckung auch gegenüber weiterentwickelten Raketenabwehrsystemen wirksam bleiben.

Hauptauftragnehmer ist ArianeGroup, die Programmführung liegt bei der DGA. Der Gefechtskopf stammt vom französischen Kommissariat für Atomenergie (CEA). Laut dem Fachportal Naval News liefen die Programme M51.3 und TNO-2 seit 2014 beziehungsweise 2013. Öffentlich verfügbare Daten beziffern die dreistufige M51 auf rund 52 Tonnen Masse, zwölf Meter Länge und 2,3 Meter Durchmesser. Die Reichweite wird mit 8.000 bis 10.000 Kilometern angegeben.

Den ersten Flug absolvierte die M51.3 am 18. November 2023 von einer landgestützten Testanlage. Der jetzige Start war nach Angaben von ArianeGroup der erste von einem U-Boot.

Werftliegezeit der „Le Vigilant“ und Ausblick auf die M51.4

Die „Le Vigilant“ ist die dritte von vier Einheiten der Le-Triomphant-Klasse, die zusammen die Force océanique stratégique (FOST) bilden. Nach einem Bericht des Fachportals Zone Militaire begann ihre Überholungsphase im Herbst 2023 unter Federführung von Naval Group. Solche Liegezeiten umfassen demnach vorbeugende und korrigierende Wartungsarbeiten an allen Systemen des Bootes, unter anderem an Energieerzeugung, Antrieb, Tauchsicherheit sowie Rumpf und Struktur. Wann das Boot wieder in den Patrouillendienst geht, teilt die DGA nicht mit.

ArianeGroup-Chef Christophe Bruneau erklärte laut Zone Militaire, die Rakete sei umfangreich mit Messtechnik ausgestattet gewesen und habe Experimente für die Folgeversion M51.4 getragen. Deren Entwicklung wurde 2025 beauftragt. Vorgesehen sind dem Bericht zufolge weitere Anpassungen bei Reichweite, Präzision und Durchdringungsfähigkeit mit Blick auf das Jahr 2035.

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