Die Europäische Verteidigungsagentur (EDA) hat Airbus Helicopters, vertreten durch die Tochtergesellschaft Survey Copter, mit einem Entwicklungsauftrag im Rahmen des Programms „Multi Mission Unmanned Aircraft System“ (M2UAS) betraut. Ziel ist es, die bestehende Capa-X-Drohne für ein breiteres militärisches Einsatzspektrum zu ertüchtigen.
Der Vertrag wurde am 4. März 2026 in Marignane bekannt gegeben und umfasst eine Laufzeit von 48 Monaten bei einem Gesamtbudget von rund 1,1 Millionen Euro. Das M2UAS-Programm ist Teil eines übergeordneten EDA-Bestrebens, die europäischen Fähigkeiten im Bereich unbemannter Luftfahrtsysteme auszubauen und eine unabhängige technologische Grundlage in diesem Bereich zu schaffen.
Das Trägersystem: Die Capa-X
Grundlage des Projekts ist die Capa-X, eine taktische Drohne mit einem Abfluggewicht von 120 Kilogramm, einer Nutzlast von bis zu 20 Kilogramm und einer Reichweite des Datenlinks von 100 Kilometern. Mit einer Einsatzdauer von mehr als zehn Stunden und einer maximalen Flughöhe von 3.000 Metern ist das System sowohl für zivile als auch militärische Anwendungen ausgelegt. Die Drohne kann wahlweise mit kurzem Flügel für höhere Geschwindigkeit (bis 150 km/h) oder mit langem Flügel für mehr Ausdauer konfiguriert werden und verfügt über eine integrierte Start- und Landefähigkeit sowohl auf Pisten als auch im Senkrechtstartmodus (VTOL).
Das Systemprinzip der Capa-X basiert auf modularer Offenheit: Sensorik, Nutzlasten und Konfiguration lassen sich je nach Auftrag anpassen. Serienübergreifend ist eine Tag- und Infrarotkamera in einem stabilisierten Gimbal integriert; weitere Nutzlasten wie Radar oder Wärmebildkameras können im internen Laderaum mitgeführt werden.

Ziele und Projektphasen
Die erste Phase des M2UAS-Projekts umfasst zwölf Monate und dient der Analyse aktueller und künftiger militärischer Bedarfe sowie der Bewertung technologischer Herausforderungen. Darauf aufbauend sollen schrittweise neue Fähigkeiten in die Plattform integriert werden. Die EDA sieht für das Endprodukt vier Haupteinsatzfelder vor:
- C4ISTAR: Aufklärung, Überwachung und Aufklärung mit verknüpften Führungssystemen
- ALE (Air Launched Effects): Abschuss von Sekundärsystemen aus der Luft
- EW (Electronic Warfare): Elektronische Kampfführung
- AAR (Air-to-Air Refueling): Luftbetankung
Dieses Fähigkeitsprofil macht das angestrebte System zu einem vielseitigen Kräftemultiplikator, der weit über klassische Aufklärungsdrohnen hinausgeht.
Einordnung: EDA und europäische Drohnenpolitik
Die EDA mit Sitz in Brüssel koordiniert seit Jahren Rüstungskooperationen zwischen EU-Mitgliedstaaten und vergibt gezielte Forschungs- und Entwicklungsaufträge, um strategische Fähigkeitslücken zu schließen. Die Ausschreibung für das M2UAS-Programm wurde im Sommer 2025 veröffentlicht und richtete sich explizit an Anbieter mit nachgewiesener Expertise in modularen Festflügler-Systemen.
Der Auftrag an Airbus fällt in eine Phase, in der die EU ihre Investitionen in unbemannte Systeme spürbar erhöht. Nach Plänen der Europäischen Kommission sollen bis Ende 2026 erste Teile eines integrierten europäischen Drohnenabwehr- und Drohnensystems einsatzfähig sein, das gesamte bis Ende 2027. Im Mittelpunkt stehen dabei sowohl defensive als auch offensive Fähigkeiten gegen Bodenziele. Die Erfahrungen aus dem Ukraine-Krieg haben den Druck auf europäische Regierungen verstärkt, selbst in die Entwicklung und Serienproduktion entsprechender Systeme einzusteigen.
Survey Copter ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von Airbus Helicopters und auf taktische unbemannte Luftfahrtsysteme spezialisiert. Das Unternehmen mit Sitz in Lançon-de-Provence, Frankreich, entwickelt und produziert die Capa-X-Familie seit mehreren Jahren für zivile und militärische Kunden.
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