Die Bundeswehr erhält neun hochmoderne Ausbildungssimulatoren für den Schützenpanzer Puma. Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr erteilte am 19. Dezember 2025 der Projekt System Management GmbH (PSM), einem Joint Venture von KNDS Deutschland und Rheinmetall, einen entsprechenden Lieferauftrag. Die Beschaffung hat ein Gesamtvolumen von 119,5 Millionen Euro brutto, wovon 118,5 Millionen Euro auf Rheinmetall entfallen.
Auslieferung ab Mitte 2027
Die ersten Ausbildungsgeräte Schieß- und Gefechtsausbildung (AGSP) sollen ab Mitte 2027 ausgeliefert werden. Darüber hinaus wird das bereits bestehende Entwicklungsmuster AGSP auf den neuen Serienstand hochgerüstet und es werden für alle Systeme die dazugehörigen Transportbehälter geliefert. Die Rheinmetall Electronics GmbH setzt das Projekt als Unterauftragnehmer maßgeblich um.

Hochrealistischer Simulator nach „Train as you fight“
Rheinmetall hat den AGSP als vollständig neues Trainingssystem für die Ausbildung mechanisierter Infanteriekräfte entwickelt. Erst im September 2025 hatte das Amt für Heeresentwicklung die Bereitschaft zur Übernahme für das neue Ausbildungssystem AGSP erklärt. Das AGSP bildet als hochrealistischer Simulator das Gefechtsfeld eines Panzergrenadierzuges ab. Durch die präzise Nachbildung wesentlicher Elemente wie Fahrzeuglogik, Ballistik, Haptik und Richtverhalten wird eine besonders realitätsnahe Ausbildung ermöglicht – „Train as you fight“ steht im Zentrum der Konzeption.
Modularer Aufbau in zwölf Containern
Ein System besteht jeweils aus einer Leitungs-, Auswerte- und Kontrollstation (LAKS) sowie vier originalgetreu nachgebildeten Fahrzeugkabinen, die in zwölf 20-Fuß-Containern untergebracht sind. Die Anlage ist vollständig verlegbar und kann sowohl stationär an Bundeswehrstandorten als auch weltweit eingesetzt werden. Die modulare Architektur erlaubt höchste Flexibilität – alle zentralen Komponenten wie Serverracks und Fahrerkabinen sind auf Schienensystemen montiert und können bei Bedarf schnell ersetzt oder aktualisiert werden.
Vernetzung mit anderen Simulatoren möglich
Die AGSP wurden so konzipiert, dass eine Vernetzung mit einem anderen AGSP möglich ist. So können die Panzergrenadiere auch mit zwei AGSP, also zwei Zügen Schützenpanzer Puma, gemeinsam üben oder sogar einen kompatiblen Simulator für Kampfpanzer mit in die Ausbildung einbeziehen. Dadurch können die Panzergrenadiere dann sogar mit Kampfpanzern gemeinsam auf Kompanieebene üben. Das AGSP ermöglicht eine umfassende taktische Ausbildung in der Panzergrenadiertruppe, ohne einen Schützenpanzer bewegen zu müssen, und trägt damit maßgeblich dazu bei, mehr Panzergrenadiere in kürzerer Zeit mit geringerem Aufwand am Schützenpanzer Puma auszubilden.
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