Der deutsche Marineschiffbauer TKMS und die kanadische Werftgruppe Seaspan Shipyards haben eine Zusammenarbeit bei der Wartung und Instandhaltung der künftigen kanadischen U-Boot-Flotte vereinbart. Die Kooperationsvereinbarung wurde am 29. Januar 2026 in Ottawa unterzeichnet.
Die Vereinbarung zielt auf den Aufbau eigenständiger kanadischer Wartungskapazitäten im Rahmen des Canadian Patrol Submarine Project (CPSP). Dabei sollen die U-Boot-Expertise des deutschen Unternehmens und die maritimen Instandhaltungskompetenzen von Seaspan zusammengeführt werden. Beide Partner wollen gemeinsam mit der Royal Canadian Navy, dem kanadischen Verteidigungsministerium und weiteren staatlichen Stellen ein integriertes Team bilden.
Hintergrund des kanadischen U-Boot-Programms
Das CPSP wurde 2021 gestartet und soll die alternde Victoria-Klasse der Royal Canadian Navy ersetzen. Laut der kanadischen Regierung plant Kanada die Beschaffung von bis zu zwölf konventionell angetriebenen U-Booten, die unter arktischem Eis operieren können. Im August 2025 wählte die Regierung zwei Anbieter für vertiefte Verhandlungen aus: TKMS mit dem Typ 212CD und das südkoreanische Unternehmen Hanwha Ocean mit dem KSS-III.
Ein zentrales Ziel des Programms ist die Schaffung einer souveränen, nationalen Instandhaltungsfähigkeit an der Ost- und Westküste Kanadas. Diese soll die Einsatzbereitschaft der Flotte über den gesamten Lebenszyklus gewährleisten und die kanadische maritime Verteidigungsindustrie stärken.

Aufgabenteilung zwischen den Partnern
Die Kooperationsvereinbarung sieht vor, dass TKMS seine Erfahrung als Systemlieferant für konventionelle U-Boote einbringt. Das in Kiel ansässige Unternehmen beschäftigt weltweit über 9.100 Mitarbeiter und bezeichnet sich als weltgrößte Werft für konventionelle U-Boote. Das Auftragsvolumen beläuft sich laut Unternehmensangaben auf rund 18 Milliarden Euro bis in die 2040er-Jahre.
Seaspan Shipyards, Kanadas größtes Unternehmen für Schiffbau und -wartung, verfügt nach eigenen Angaben als einzige kanadische Werft über umfassende Erfahrung in der U-Boot-Wartung. Das Unternehmen betreibt Anlagen in North Vancouver und Victoria an der Westküste und beschäftigt über 5.000 Mitarbeiter. Derzeit wartet Seaspan bereits die aktuelle kanadische U-Boot-Flotte der Victoria-Klasse.
Wirtschaftliche und strategische Dimension
Die Vereinbarung soll die bestehende kanadische Lieferkette nutzen und ausbauen. Zusätzlich zur Unterstützung des CPSP sieht die Kooperation Exportmöglichkeiten vor, bei denen auf den internationalen Kundenstamm von TKMS zurückgegriffen werden könnte.
Thomas Keupp, Chief Sales Officer von TKMS, betonte laut Pressemitteilung, dass die Vereinbarung das gemeinsame Engagement für langfristige Unterstützung widerspiegele und sicherstelle, dass kanadische Marineplattformen über robuste und souveräne Wartungskapazitäten verfügten. John McCarthy, CEO von Seaspan Shipyards, hob hervor, dass das CPSP eine der höchsten Prioritäten für Kanadas langfristige Verteidigung und Souveränität darstelle.
Die Kooperationsvereinbarung ist die jüngste in einer Reihe von Partnerschaften, die TKMS mit kanadischen Industrieunternehmen geschlossen hat. Die Vereinbarung selbst stellt noch keine Auftragsvergabe dar, sondern ist Teil der laufenden Auswahlphase des CPSP.
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