125 Millionen Euro: EU schreibt Entwicklung künftiger Kampfpanzer aus

125 Millionen Euro: EU schreibt Entwicklung künftiger Kampfpanzer aus
KF51 Panther / Foto: Rheinmetall AG

Der European Defence Fund (EDF) stellt im Rahmen seines Arbeitsprogramms 2026 insgesamt 125 Millionen Euro für die Entwicklung zukünftiger Kampfpanzer bereit. Die Ausschreibung unter dem Titel „Future main battle tank platform systems“ zielt darauf ab, neue Technologien zu entwickeln, um die alternden Panzerflotten der EU-Mitgliedstaaten und EDF-assoziierten Länder zu modernisieren.

Technologische Anforderungen

Die künftigen Kampfpanzersysteme sollen über deutlich verbesserte Fähigkeiten verfügen: erweiterten Multi-Spektrum-Schutz und höhere Überlebensfähigkeit, fortschrittliche Geländegängigkeit, überlegene Feuerkraft sowie Langstrecken-Bedrohungserkennung und moderne Kommando- und Kontrollsysteme. Besonders hervorzuheben ist die Fähigkeit, mit reduzierter Besatzung zu operieren und perspektivisch unbemannt eingesetzt werden zu können. Zudem wird Wert auf verbesserte logistische Nachhaltigkeit und erschwingliche Herstellungskosten gelegt, um bei Bedarf große Stückzahlen in kurzer Zeit produzieren zu können.


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Finanzierung und Projektstruktur

Für das Ausschreibungsthema EDF-2026-DA-GROUND-MBT ist vorgesehen, dass ein einzelnes Projekt gefördert wird. Die Mittel sollen Studien, Design, Systemprototypen, Tests und Qualifizierung abdecken, einschließlich vorgelagerter und nachgelagerter Aktivitäten. Die Förderung ist Teil eines Gesamtbudgets von 1 Milliarde Euro, das der EDF 2026 für Verteidigungsforschung und -entwicklung bereitstellt.

Parallele europäische Panzerprojekte

Die neue Ausschreibung ergänzt bereits laufende Initiativen wie das Projekt MARTE (Main ARmoured Tank of Europe), das seit Dezember 2024 läuft und vom EDF mit 20 Millionen Euro gefördert wird. MARTE wird von einem Konsortium aus 51 Partnern aus 11 EU-Mitgliedstaaten plus Norwegen unter Führung von KNDS und Rheinmetall durchgeführt. Parallel dazu existiert das französisch geprägte Projekt FMBTech (Technologies for existing and Future MBTs), das ebenfalls rund 20 Millionen Euro EDF-Förderung erhält. Diese Parallelstruktur wird auf Spannungen beim deutsch-französischen MGCS-Projekt (Main Ground Combat System) zurückgeführt, bei dem Deutschland die Führungsrolle übernommen hat.

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