Erste CARACAL-Serienfahrzeuge an die Bundeswehr übergeben

Rheinmetall hat die ersten Serienfahrzeuge der Luftlandeplattform CARACAL an die Beschaffungsbehörden Deutschlands und der Niederlande übergeben. Bis 2030 sollen mehr als 1.000 Fahrzeuge an die Bundeswehr gehen.
Foto: Bundeswehr

Rheinmetall hat die ersten Serienfahrzeuge der Luftlandeplattform CARACAL an die Beschaffungsbehörden Deutschlands und der Niederlande übergeben. Bis 2030 sollen mehr als 1.000 Fahrzeuge an die Bundeswehr gehen.

Übergabe im niederländischen Ede

Am 29. Oktober 2026 haben die Rheinmetall Landsysteme GmbH und die Rheinmetall Defence Nederland B.V. am Produktionsstandort Ede die ersten Serienfahrzeuge des CARACAL übergeben. Empfänger waren das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) sowie das niederländische Commando Materieel en IT (COMMIT). Die Endmontage der Fahrzeuge findet vollständig in den Niederlanden statt, in Ede und Eindhoven.

Zwei Varianten zum Auftakt

Die Bundeswehr erhält zunächst zwei Ausführungen: einen Transporter für Personal und Material sowie ein Sanitätsfahrzeug. Bis 2030 sollen nach Angaben der Bundeswehr insgesamt über 1.000 Fahrzeuge ausgeliefert werden. Der zuständige Projektleiter im BAAINBw hebt hervor, dass die Luftlandekräfte und spezialisierten Kräfte damit ein vielseitig einsetzbares und sehr bewegliches Einsatzfahrzeug bekommen.

Fahrzeug auf Basis der G-Klasse

Der CARACAL ist als modularer Mobilitäts- und Waffenträger für die Luftlandetruppe ausgelegt. Grundlage ist das Fahrgestell der Mercedes-Benz G-Klasse der Baureihe 464, auf dem auch der bereits eingeführte „Wolf 2“ aufbaut. Das Fahrzeug ist aus einer Partnerschaft von Rheinmetall, der Mercedes-Benz AG und der Armoured Car Systems GmbH hervorgegangen; mit Allradantrieb kann es Steigungen von bis zu 60 Prozent bewältigen. Für den Transport zum Einsatzort kann der CARACAL im Laderaum oder als Außenlast des schweren Transporthubschraubers CH-47 verlegt werden.

Bei der Bundeswehr soll der CARACAL die älteren Luftlande-Varianten des Wolf sowie den ESK Mungo und den Wiesel 2 ablösen.

Deutsch-niederländisches Vorhaben

Das Projekt wird gemeinsam mit den Niederlanden umgesetzt. Im Juli 2023 beauftragten die Bundeswehr und die niederländischen Streitkräfte Rheinmetall mit der Lieferung von bis zu 3.058 Fahrzeugen; als erste Festbestellung aus dem Rahmenvertrag wurden 1.508 Fahrzeuge im Wert von rund 870 Millionen Euro brutto abgerufen, auf deutscher Seite finanziert aus dem Sondervermögen Bundeswehr. Davon entfallen 1.004 Fahrzeuge auf die Bundeswehr und 504 auf die niederländischen Streitkräfte. Insgesamt plant die Bundeswehr die Beschaffung von 2.054 Fahrzeugen in vier Grundvarianten.

Zeitplan mehrfach angepasst

Die Serienauslieferung war ursprünglich früher vorgesehen. Bis Mitte 2025 war noch kein Serienfahrzeug an die Bundeswehr geliefert worden. Zwischenzeitlich war die Übergabe der ersten Fahrzeuge für November 2025 geplant; im Spätsommer 2026 nannte ein Sprecher des BAAINBw dann Oktober 2026 als Termin für den Auslieferungsbeginn. Im Juli 2026 hieß es zudem, die ersten Systeme sollten an spezialisierte Verbände und die Spezialkräfte der Bundeswehr gehen.

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